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Heimstatt

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Black Ivory Tower (Holland)

Die sehr ausführliche Besprechung findest Du hier

Oblivion – Heavy Metal und Gothik Magazin (Deutschland)

„Heimstatt“ repräsentiert die akustische Variante der aus dem Rheinischen stammenden Halgadom, die ansonsten heidnisch geprägten Death und Black Metal spielen. Und diese musikalische Prägung als Metal-Band findet ihren Niederschlag dann auch auf „Heimstatt“, wo trotz akustischer Instrumentierungen vor allem der durchgängige Einsatz des Schlagzeugs und die Art der Arrangements deutliche Differenzen zum Neofolk deutscher Vertreter wie Forseti, Sonne Hagal oder Darkwood aufzeigen. Dies soll „Heimstatt“ nun keineswegs abwerten, denn die neun Lieder zwischen Naturromantik, mittelalterlicher Lebensart und heidnischen wie germanischen Wurzeln sind in sich durchaus stimmig und stimmungsvoll in Szene gesetzt, basieren halt nur mehr auf traditionellen Rock Songwriting-Schemata als bei den vorgenannten Bands. „Wotans wilde Jagd“, „Der Wald“, „Des Adlers letzter Flug“ und vor allem „Stille“ sind positiv aus den neun Stücken des Albums hervorzuheben, wobei Halgadom gerade dann zur Höchstform auflaufen, wenn sie sich aus diesen Schemata lösen und auch schon mal mit einem Cello eine neue Stimmfärbung in ihre Kompositionen einbringen. Unter dem Strich ist „Heimstatt“ ein gutes akustisches Folk-Album, aber halt kein Neofolk im klassischen Sinn, stilistisch halt ähnlich zu Bands wie Tenhi oder Dornenreich.

8/10 – MK

 

Interregnum-Netzradio (Deutschland)

Hat da jemand geglaubt, er wüßte nach „Sturmwoge“ (2007) nun endlich, wo er HALGADOM einzuordnen habe? Nun, dann muß er sich nach „Heimstatt“ eines besseren belehren lassen. Keine sägenden Gitarren, kein giftiges Gekeife, nichts mit kraftvollen Kampfgesängen auf breiten Pagan-Metal-Melodien – „Heimstatt“ ist ein fast reines Akustik-Album geworden. Das ist natürlich nicht neu, denn frühere Werke der Band boten uns reichlichen Neo-Folk-Stoff („Sein und Werden“ (2006) zum Beispiel war zur Hälfte akustisch), allerdings war nach dem volltönenden Vorgänger eher eine Fortsetzung zu erwarten gewesen.
Die Geschichte der germanischen Völker ist voller Glanzpunkte und hoher Momente. Demgegenüber stehen allerdings ebenso viele Tragödien und Kummervolles, was im seit Jahrzehnte anhaltenden Niedergang unserer Kultur zu kulminieren scheint. Und so haben wir die Erscheinung, daß Pagan- und Neo-Folk-Bands, die sich dieses Themas angenommen haben, sehr melancholisch klingen. So auch HALGADOM auf „Heimstatt“. Da wird voll Bitterkeit gefragt, ob das hier nun „Des Adlers letzter Flug“ sei. Ist es vorbei mit dem jahrhundertealten Traum Germania? Im „Walkürenritt“ schaut der erschlagene Krieger auf seinem Weg nach Walhalla zurück aufs Schlachtfeld, wo er gerade den Tod fand. Der Sieg ist errungen, ihm kostete es aber das Leben. „Gerechter Lohn“ ist die Geschichte einer Frau, die trotz Marter und bevorstehendem Feuertod dem alten Glauben nicht abschwört. Der Pfaffe wird im Angesicht der brennenden Frau zwar vom Blitz erschlagen, die Schöne findet allerdings den Tod. Mythologie gibt es bei „Wotans wilde Jagd“, glaubhafte Naturverbundenheit mit „Eisblume“ und „Der Wald“. Besonderes Augenmerk sei auf „Die Schöne im Sturm“ gelegt. Dieses Lied widmeten HALGADOM König Leonidas und seine 300 Spartiaten. Wer den Film “300″ kennt und ihn versteht, ohne sich an einer bloßen Komikverfilmung zu ergötzen, weiß, daß es sich tatsächlich um ein Fanal für Europa handelt. Ein erneutes Völkerringen hat begonnen, wir könnten wie die Spartiaten sein, wenn wir uns nur alter Tugenden besinnen würden. Das es geht, haben gerade die Deutschen immer wieder unter Beweis gestellt (ich erinnere da an die Befreungskriege 1813/14). Ein weiterer Effekt, der in „Die Schöne im Sturm“ logischer Weise keine Rolle spielen kann, ist die Frage nach der Aufgabe eines Mannes in der heutigen Gesellschaft. Hat er noch eine? Er ist es ja nicht einmal mehr Wert, seine Familie dadurch ernähren zu dürfen, indem er regelmäßig seiner Arbeit nachgeht. Aber das ist ein anderes Thema. Und dies hier keine Film-Rezension.
„Heimstatt“ ist traurig schön. Hier und da gibt es ein paar Mut machende Zeilen, die in der zerbrechlichen Musik allerdings nicht jene Kraft versprühen, die nötig wäre, um jemanden aufzurütteln. Musikalisch ist alles im Lot, schöne Kompositionen, vorgetragen zu Akustikgitarren, ruhigem Baß, Cello und ein paar Schlagzeugeinsätzen. Franks Stimme ist limitiert, was ihn hindert, manches mit inbrünstigem Nachdruck zu singen. Auf der anderen Seite erhöht das aber die melancholische Wirkung.

Jub 9/10 Punkten

 

DS Monatszeitung für Politik und Kultur Nr. 03/08 (Deutschland)

Ende 2007 erscheint das nunmehr fünfte Vollalbum der Gruppe Halgadom mit dem Titel „Heimstatt“. Klangvolle Gitarrenspiele verzaubern den Geist für rund 38 Minuten bei neun Stücken.
Von 1999 bis Ende 2007 hat sich einiges ergeben bei Halgadom. Angefangen mit brachialem paganistischem Black Metal entwickelte sich Halgadom schnell zu einer Ikone. Schwarzmetall alleine konnte es nicht sein, Halgadom wollte mehr. So war klar, daß man die Langspieler in zwei Hälften unterteilte und zum einen Black Metal produzierte und zum anderen Neofolk. So ging es die Scheiben hindurch bis zur „Heimstatt“. Frank, Kopf des Projektes und Komponist der Stücke, hat nach Hause gefunden und ist bei klarem Akustikgitarrenspiel, reinem Gesang und Cellos angekommen. Die neue Halgadom-Ära hat begonnen. Bei Liedern wie „Die Schöne im Sturm“ kann man träumen. Halgadom berührt die Seele. Melodievoll von Anfang bis zum Schluß. Auch wurden alte Halgadom-Klassiker wie „Wotans wilde Jagd“ und „Gerechter Lohn“ neu inszeniert, und so hat sich die Band wieder weiterentwickelt und neu gefunden. Wer Ruhe und neue Kraft sucht, ist hiermit gut bedient. Fernab von einfachen Texten, hin zu Philosophie von Stärke und dem Glauben an sich und dem, was in einem steckt.
Zusätzlich zur normalen Ausgabe erschien eine Edelausgabe des Silberlings in einer Metalldose. Limitiert wurde sie auf 305 Stück. Das Beiheft wurde auf dickerem und griffigem Papier gedruckt und zusätzlich ein Einleger mit Sinnspruch und der Limitierungsnummer von hand in die Metalldose eingeklebt. (Musicus)

 

A-Blaze Nr. 3 (Deutschland)

Die „Sturmwoge“ ist vorerst verebbt; nach all dem Brausen und Toben kehrt wieder Ruhe im HALGADOM ein. Frank und seine Mitstreiter haben es sich um ein wärmendes und heimeliges Lagerfeuer herum gemütlich gemacht, die Klampfen ausgepackt und dazu auch noch dem Bassisten ein Cello in die Hand gedrückt, um mit dem nunmehr fünften Album einmal mehr den Neo Folk deutscher Klangart hochleben zu lassen. Obwohl – man könnte auch HALGADOM – unplugged dazu sagen, denn nach wie vor findet man hier alle, für diese Band markanten Merkmale und Stilmittel. Zwar ist die Gitarre nicht elektronisch verfremdet, das Schlagwerk bleibt auch in einem bedächtigen Takt, und auf grollenden Gesang wird gänzlich verzichtet. Doch der Kenner merkt auf Anhieb, wessen CD er in den Spieler gelegt hat! Der Fan dieser Band wird sicherlich nicht enttäuscht, denn Lieder wie „Walkürenritt“ und „Wotans wilde Jagd“ befriedigen sowohl musikalisch als auch lyrisch genau jene Erwartungshaltung, mit der man dieser Band gegenübertreten dürfte. Man beschwört Reminiszenzen an eine heidnisch-germanische Vergangenheit herauf, spricht sich polemisch gegen das Christentum aus, und beklagt die Dekadenz der Gegenwart. Auch wenn ich generell den „Liedermachern“ eher skeptisch gegenüberstehe – was sich aber in der Regel auf die Langeweile, die ihr relativ simples Geklampfe und Gesinge dezent verbreitet, begründet – so möchte ich HALGADOM dennoch attestieren, daß die Lieder der „Heimstatt“, wenn sie auch dieses Mal keine „Sturmwoge“ auslösen, soviel Abwechslung beinhalten und dabei Ergriffenheit ausstrahlen, daß wohl jeder Metaller eine ruhige und besinnliche Stunde damit verbringen kann. Die Produktion ist über jeden Zweifel erhaben und die Gestaltung läßt ebenfalls keine Kritik zu. Gönnen wir uns also diese Ruhepause; und wie sollte es bei HALGADOM auch anders sein – es ist ja nur die Ruhe vor dem Sturm! (KB)

 

Neue Ästhetik

HALGADOM selbst beschreiben die Musik als Neofolk – meines Erachtens läßt sich das Werk aber nicht darauf reduzieren, höre ich doch eher instrumentierungsbedingt den Folk-Rock der Siebziger im Stile von AMERICA und NEIL YOUNG, jedoch nicht mit verklärter Spät-Hippie-Lyrik, sondern wie gewohnt mit heidnischen (deutschen) Texten. Eine Analyse derselbigen will ich mir an dieser Stelle ersparen, die können alle im zwölfseitigen Booklet, das im Digipak innen einsteckt ist, nachgelesen werden.
Der Tonträger enthält auf knapp 38 Minuten neun Stücke insgesamt, wobei zwei davon, nämlich „Gerechter Lohn“ und „Wotans wilde Jagd“, Neuvertonungen sind (ursprünglich erschienen auf VERDUNKELUNG DES GÖTTLICHEN). „Heimstatt“ als Einklang sowie „Stille“ als Ausklang sind instrumental, auf den restlichen Liedern teilen sich Frank, der Kopf des Projektes, sowie Michel Gitarre und Gesang, Stefan spielt das Schlagzeug und Marcel Baß und Cello.
HALGADOM gilt ja in der „Szene“ als sogenanntes umstrittenes Projekt, daher zeugt es von besonderem Selbstbewußtsein, daß sich die Musiker fürs Beiheft alle haben ablichten lassen. Vielleicht ist das auch als konsequente Umsetzung des abgedruckten SPENGLER-Zitats „Man muß die Welt nicht unbedingt verstehen. Wichtiger ist, ihr gewachsen zu sein…“ zu sehen.
Erschienen ist die CD auf Franks eigenem Verlag SONNENKREUZ, Hörproben können auf www.sonnenkreuz.net oder www.halgadom.org gezogen werden.
Für Ende Januar 2008 ist noch eine auf 305 Exemplare limitierte Edelausgabe in Metalldose angekündigt, desgleichen im Laufe diesen Jahres eine LP-Version.
HEIMSTATT ist musikalisch einfach erfrischend, schlägt es doch eine Brücke zwischen dem – heute oftmals leider sehr ausgelutschten – Neofolk und den unzähligen Black-/Pagan-Metal-Veröffentlichungen, die kaum noch auseinander zu halten sind – und das, ohne seine Wurzeln im 70er Jahre Folk-Rock zu leugnen.
Wer also bereit ist, auch mal festeingeschlagene musikalische Pfade zu verlassen, sich dabei aber nicht gleich komplett im Wald verirren möchte, liegt mit HEIMSTATT genau richtig. Um aus dem Booklet zu zitieren: „HEIMSTATT kann aber auch mehr als das (ein Ort) sein. Außerhalb der materiellen Welt gibt es einen geistigen Zustand, der sich ebenfalls HEIMSTATT nennt.“
Keine weiteren Worte.

Januar 2008

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